Hexental - Seelsorgeeinheit

Weltgebetstag - 2. März 2007 in der ev. Johannesgemeinde Merzhausen - Bericht

Unter Gottes Zelt vereint

Weltgebetstag 2007
 
In der Welt gibt es viele Gebetsbewegungen, viele Frauenorganisationen, viele religiöse Strömungen. Aber was ist das Besondere am internationalen ökumenischen Weltgebetstag? Vielleicht ist es die Tatsache, dass er bedeutende christliche Werte widerspiegelt und aufgreift, die sich auf der Basis des Evangeliums, entwickelt haben, jedoch in der heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr spielen. Der WGT entstand da, wo Frauen in fast allen christlichen Kirchen nicht dieselbe Autorität besitzen wie Männer. Er entstand auch aus Sorge um die Lebensverhältnisse an den Rändern der Gesellschaft. So haben Frauen verschiedener Kulturen, Nationalitäten und christlicher Traditionen mit einer 200jährigen Geschichte im Gott des Christentums einen Gott der Liebe gefunden, der das Leben in der Gemeinschaft will, aber nicht in der Gleichförmigkeit, sondern in der Verschiedenheit.

 

Frauen aus zehn verschiedenen Konfessionen bildeten das Paraguayische Weltgebetstagskomitee und gaben mit ihrer lebendigen Ökumene ein ermutigendes Beispiel, und verbanden uns dabei zu einer „Einheit der Vielfalt“ – was auch das Symbol der kostbaren paraguayischen Nanduti-Spitze zum Ausdruck bringt.

 

Der Gottesdienst aus Paraguay nahm uns mit hinein in ein eher unbekanntes Land im Herzen Lateinamerikas. Wir hörten von der paradiesischen Schönheit Paraguays, dem Zusammenhalt der Menschen, aber auch von ihren drängenden wirtschaftlichen und sozialen Problemen. 1989 ging die fast 35 Jahre dauernde Militärdiktatur zu Ende. Der gesellschaftliche Umgestaltungsprozess gestaltet sich schwer und langwierig, auch wegen der überall vorherrschenden Korruption. Die Armut unter der Mehrheit der Bevölkerung wächst; die  Folgen sind Landflucht, Migration und Kinderarbeit. In dieser Situation erinnert uns der Lesungstext (Ge 18,1ff), dass wir auf Gottes Zusage auch in scheinbar hoffnungslosen Situationen vertrauen können, dass für Gott nichts unmöglich ist und dass wir dazu berufen sind, in Einheit, Frieden und Gerechtigkeit in dieser Welt zusammenzuleben.

 

Die Frauen des Paraguayischen Weltgebetstags wollen, wie Gott, das Lachen Saras in der Welt halten und nehmen uns hinein in ihre Glaubenserfahrung und auch in ihre Glaubenshoffnung. Sara und Abraham werden zu Hoffnungsträgern, dass es einen Neuanfang geben kann!

 

Der Abend klang aus bei informativen Dias über Land und Leute und landestypischen Kostproben.

 

Andrea Heinemeier
 
Weltgebetstag 2007
Weltgebetstag 2007