Hexental - Seelsorgeeinheit

Mariä Himmelfahrt, Wittnau

 
Die Kirche in Wittnau wird erstmals 838 in einer Schenkungsurkunde namentlich als Kirche der Maria und des Erzengels Michael erwähnt. Zu dem Pfarrbezirk gehörte neben Wittnau und Biezighofen auch die Gemeinde Au.
 
Während des Mittelalters spielte die Adelsfamilie der Snewlin Bernlapp von Bollschweil ein bestimmende Rolle, da sie unter anderem das Recht besaß, die Wittnauer Pfarrer dem Bischof von Konstanz vorzuschlagen. Dieses Präsentationsrecht wurde letztmals 1949 durch den Freiherrn von Holtzing-Berstett zu Bollschweil bei der Ernennung des letzten Wittnauer Pfarrers Dr. Hermann Ginter ausgeübt.
 
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Wittnauer Kirche ein eher bescheidenes Gebäude. Der Einband des Totenbuches der Jahre 1784 - 1817 vermag davon einen ungefähren Eindruck zu vermitteln. Die Diskussion um einen Neubau hielt jedoch bis 1795 an: nachdem jedoch ein Orkan im Februar 1795 die Kirche in Mitleidenschaft gezogen hat, schien ein Neubau unumgänglich. Der damalige Pfarrer Leopold Koch initiierte so den Neubau der Pfarrkiche. 
 
 

Ersterwähnung einer Pfarrei Wittnau 838
861 Erwähnung einer Basilica
Filiale Au 1360-1370
 
1795 Neubau der Pfarrkirche
1809 Neuer Hochaltar
1894 Bildfenster durch das Atelier für Glasmalerei Hans Drinneberger, Karlsruhe
1909 Errichtung der Lourdes-Grotte
1940/41 Neuer Kreuzweg (St. Gerstner)
1949 Anschaffung drei neuer Glocken
1951 Anschaffung eines barocken Hochaltares mit historishcem Gemälde
1971 Restaurierung der Kirchenorgel durch Fa. Fischer & Krämer
1981 Aussenrenovierung
1998/89 Innenrenovierung: Errichtung eines neuen Zelebrationsaltares  mit Ambo durch den Bildhauer Rudolf Kurz, Ellwangen - Konsekration durch Weihbischof Wolfgang Kirchgäßner (19.12.1999)
 
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Die Renovierung der Lourdes-Grotte

 
 
Wunder sind Teil des Lebens, hier das Beispiel aus dem ehemals unbekannten französischen Ort Lourdes 
 
Am 21. Februar 1858 mittags ging die 14 jährige Bernadette Soubirous mit ihrer Schwester und einem Nachbarmädchen in den Wald. Die Gefährtinnen hatten bereits den eiskalten Mühlbach durchwatet. Die kränkliche Bernadette zögerte. Plötzlich hört sie ein seltsames Rauschen. Erschrocken schaut sie auf und sah, wie an der Felsenhöhle von Massabielle ein Rosenstrauch sich bewegte; aus der Grotte drang wundersames Licht und es erschien eine schöne Frau im schneeweißen wallenden Gewand, mit einer himmelblauen Schärpe umgürtet. Am rechten Arm hing ein langer Rosenkranz mit weißen Perlen. Die Erscheinung zeigte sich in der Grotte bis Juli achtzehnmal und jedes Mal wurde die Menschenmenge größer, die Bernadette begleitete. Auf Weisung der lichten Frau grub Bernadette in der Erde und es entsprang eine Quelle, die unzähligen Menschen bis heute Heilung brachte. Die erste Heilung erfolgte am 28. Februar, der blinde Steinhauer Louis Bouriette wurde an dem Tag sehend, an dem in der Kirche das Heilwunder vom Teich Bethesda in Jerusalem gelesen wurde (Jo.5,1-4). Bei der zehnten Erscheinung fragte Bernadette die Dame, wer sie sei. Ihre Antwort auf Französisch: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis     ( d.h. ich bin Gottes Ebenbild in der ursprünglich reinen Menschennatur)      
 
 Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist, David Ben Gurion, israelischer Politiker           
 
Wunder sind Teil des Lebens, hier das Beispiel mit dem österreichischen Dichter Franz Werfel.  
Er war auf der Flucht vor den nazistischen Häschern. Eines Abends kam er erschöpft nach Lourdes. In seinem Innern hörte er immer wieder die Stimme: „Wende dich in deiner Not an Maria. Sie will allen Menschen helfen. Sie wird auch dir, dem Aufgeklärten, dem Nichtchristen, Hilfe gewähren.“ Er fällt vor der Madonna auf die Knie und umfasst in Todesnot die Statue der Immakulata (lat. „Unbefleckte“): „O Madonna, du warst für so viele Menschen Hilfe in ihrer leiblichen und seelischen Not. Das Lied deiner Wundertaten, die du hier an dieser Stätte wirkst, erschallt über die ganze Erde.  Siehe auch mich demütig vor dir knien und neige dich in deiner Güte und Barmherzigkeit meinem Leid zu. Zum Dank dafür will ich das Lied deiner Gnadenstätte singen.“ Franz Werfel wurde gerettet. Ihm gelang die Flucht nach Portugal in die Freiheit, und er schrieb das weltberühmt gewordene Buch „Das Lied der Bernadette“   Lourdes wurde zu einem der bekanntesten Wallfahrtsorte der Welt, wo zahllose Menschen Gesundheit, vor allem Lebensmut und Zuversicht oder Ergebung in ihr Leiden fanden, und wo die Gottesmutter immer wieder- auch in unserer Zeit – Wunder bewirkt.   Lourdes-Heiligtümer entstanden bis heute in aller Welt: u.a. das „spanische Lourdes in La Nu, das „belgische Lourdes“ in Oostacker bei Gent, die Felsengrotte im Inntal, die Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten, das Lourdes-Heiligtum in Konstantinopel. Von all diesen Stätten wird von auffallenden Heilungen und Gebetserhörungen berichtet. In unserer Nähe: die Grotte am Ehrenstetter Ahbach und die Bollschweiler Grotte am Bettler-Pfad                                    
 
Unsere -Grotte mit einer Statue der Lourdes-Madonna und Bernadette hat Pfarrer Karl Hund nach einer Pilgerfahrt im Jahr seines 60 sten Geburtstages zum Wohle seiner  Pfarrgemeinde gebaut. Sie soll die Vorbeiziehenden an die Buße und Umkehr erinnern, die die Mutter Gottes bei ihren Erscheinungen anmahnte.      
 
Mutter des Herrn und unsere Mutter,
lass uns mit den vielen Menschen aus aller Welt, die alljährlich Deine Gnadenstätte in Lourdes aufsuchen,
Dich bitten, weiter unserer kranken Welt  zur Seite zu stehen,
zu unserem Heil und zum Heil aller, die mit uns zu Christus, Deinem Sohn, unterwegs sind.
Lass uns auch derer gedenken, die auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.
Du, Unbefleckt Empfangene, liebe Frau von Lourdes, segne uns alle,
die hier vor deiner Gedenkstätte weilen und mit Deiner Unterstützung ihr Leben gestalten.                                    
 
 
Die Grabmale neben der Grotte erinnern uns an Persönlichkeiten  unserer Gemeinde
 
Professor Dr. Ulrich Mosiek wurde am 22. Juni 1919 in Lissa, Provinz Posen, heute Polen, geboren. 1948 wurde er in Regensburg zum Priester geweiht. Als Professor für Kirchenrecht an der Universität und als Offizial des Erzbistums Freiburg fand er höchste Anerkennung.und Wertschätzung Von 1966 bis 78 wohnte er im Wittnauer Pfarrhaus, erfüllte gerne die Aufgaben eines Pfarrers, suchte die Nähe der Bürger und Jugend und engagierte sich hilfsbereit und uneigennützig im dörflichen Leben. Die Gemeinde ernannte ihn an seinem 50. Geburtstag zu ihrem Ehrenbürger. Er starb an einer heimtückischen Krankheit am 16. Februar 1978; vor der Grotte fand er seine letzte Ruhestätte.  
 
Josef Kopp kam am 12. Januar 1903 in Biezighofen zur Welt. Bei seinem Vater lernte er das Schreinerhandwerk. Ab 1943 war er Gemeinderat und von 1957 bis 69 ehrenamtlicher Bürgermeister. Ab 1952 diente er der Gemeinde als Leichenschauer, Farrenwärter und Straßenwart, ab 1930 bis zu seinem Tode der Pfarrgemeinde als Mesner. In Wittnau war er Mitbegründer der CDU, Mitglied des VdK und Ehrenmitglied in den meisten Vereinen. Zu seinem 70. Geburtstag ehrte ihn die Gemeinde mit der Ehrenbürgerwürde. Zu seinem 80. wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Er starb während einer Pilgerreise in Mariazell, Österreich, am 24. September 1983. Auf seinem Heimatfriedhof wurde er zur letzten Ruhe gebettet.                              
 
Franz Xaver Klingler ist am 1. Dezember 1816 in Ettenheim geboren. Ab 1843 bis 1892 war er in Wittnau „mit Leib und Seele“. Lehrer. Seine Obstbaumzucht für die Jugend und Bauern des Dorfes wurde von der Behörde besonders gewürdigt. Der Kirche diente er als Organist und Chorleiter, der Gemeinde als Ratschreiber. Als ehemaliger Regimentsmusiker gründete er auf Wunsch des damaligen Pfarrers Melchior Nadler bereits 1843 den noch heute bestehenden Musikverein, er dirigierte ihn bis 1894. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er im Hause seiner Tochter und seines Schwiegersohnes im Vetterhof neben der Kirche. Dort starb er am 16. Mai 1902. Bei seiner lieben Frau auf dem Wittnauer Friedhof fand er seine letzte Ruhestätte. Die neue Grundschule trägt seit ihrem 10 jährigen Jubiläum seinen Namen.   Wilhelm Schroff ist am 26.. Juli.1844 in Zell im Wiesental geboren. Am 18. Juli 1871 empfing er die Priesterweihe. Ab 1891 wurde er Pfarrer in Wittnau, nachdem er elf Jahre lang Pfarrer von Todtnauberg war. Von dort und aus dem Wiesental kamen noch jahrelang Kranke und Hilfesuchende zu Fuß zum Wittnauer Pfarrhaus, um Schroff’s Kräuterkunde in Anspruch zu nehmen. Die Pfarrei führte er vorbildlich. Am 8. August 1899 ist er verstorben. Hinter dem Chor unserer Kirche wurde er beerdigt.   Karl Hund ist am 7. Januar 1849 in Zell (Pfarrei Weingarten bei Offenburg) geboren. Am 26. Juni 1875 empfing er die Priesterweihe. Vom Bühlertal kam er 1901 als Pfarrer nach Wittnau. Seine seelsorgerliche Tätigkeit war vorbildlich. 1902 ließ er für die Pfarrgemeinde eine Volksmission durch Kapuziner abhalten.. Er förderte die Christusverehrung und belebte das persönliche und gemeinschaftliche Rosenkranzgebet.. Nach seinem Aufenthalt in Lourdes 1909 baute er für seine Gemeinde eine Lourdes-Grotte. Am 29. Mai 1911 ist er verstorben und vor der Grotte beerdigt worden.
 
 
 
 
 
 


Lourdes Grotte Wittnau


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