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Mariä Himmelfahrt, WittnauWährend des Mittelalters spielte die Adelsfamilie der Snewlin Bernlapp von Bollschweil ein bestimmende Rolle, da sie unter anderem das Recht besaß, die Wittnauer Pfarrer dem Bischof von Konstanz vorzuschlagen. Dieses Präsentationsrecht wurde letztmals 1949 durch den Freiherrn von Holtzing-Berstett zu Bollschweil bei der Ernennung des letzten Wittnauer Pfarrers Dr. Hermann Ginter ausgeübt.
Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war die Wittnauer Kirche ein eher bescheidenes Gebäude. Der Einband des Totenbuches der Jahre 1784 - 1817 vermag davon einen ungefähren Eindruck zu vermitteln. Die Diskussion um einen Neubau hielt jedoch bis 1795 an: nachdem jedoch ein Orkan im Februar 1795 die Kirche in Mitleidenschaft gezogen hat, schien ein Neubau unumgänglich. Der damalige Pfarrer Leopold Koch initiierte so den Neubau der Pfarrkiche.
Ersterwähnung einer Pfarrei Wittnau 838 861 Erwähnung einer Basilica Filiale Au 1360-1370 1795 Neubau der Pfarrkirche 1809 Neuer Hochaltar 1894 Bildfenster durch das Atelier für Glasmalerei Hans Drinneberger, Karlsruhe 1909 Errichtung der Lourdes-Grotte 1940/41 Neuer Kreuzweg (St. Gerstner) 1949 Anschaffung drei neuer Glocken 1951 Anschaffung eines barocken Hochaltares mit historishcem Gemälde 1971 Restaurierung der Kirchenorgel durch Fa. Fischer & Krämer 1981 Aussenrenovierung 1998/89 Innenrenovierung: Errichtung eines neuen Zelebrationsaltares mit Ambo durch den Bildhauer Rudolf Kurz, Ellwangen - Konsekration durch Weihbischof Wolfgang Kirchgäßner (19.12.1999) Auf dem Stadtplan anzeigen Die Renovierung der Lourdes-GrotteAm
21. Februar 1858 mittags ging die
14 jährige Bernadette Soubirous mit ihrer Schwester und einem Nachbarmädchen in
den Wald. Die Gefährtinnen hatten bereits den eiskalten Mühlbach durchwatet.
Die kränkliche Bernadette zögerte. Plötzlich hört sie ein seltsames Rauschen.
Erschrocken schaut sie auf und sah, wie an der Felsenhöhle von Massabielle ein
Rosenstrauch sich bewegte; aus der Grotte drang wundersames Licht und es
erschien eine schöne Frau im schneeweißen wallenden Gewand, mit einer
himmelblauen Schärpe umgürtet. Am rechten Arm hing ein langer Rosenkranz mit
weißen Perlen.
Die
Erscheinung zeigte sich in der Grotte bis Juli achtzehnmal und jedes Mal wurde
die Menschenmenge größer, die Bernadette begleitete. Auf Weisung der lichten Frau
grub Bernadette in der Erde und es entsprang eine Quelle, die unzähligen
Menschen bis heute Heilung brachte. Die erste Heilung erfolgte am 28. Februar,
der blinde Steinhauer Louis Bouriette wurde an dem Tag sehend, an dem in der
Kirche das Heilwunder vom Teich Bethesda in Jerusalem gelesen wurde (Jo.5,1-4).
Bei der zehnten Erscheinung fragte Bernadette die Dame, wer sie sei. Ihre
Antwort auf Französisch: „Ich bin die
Unbefleckte Empfängnis ( d.h. ich bin Gottes Ebenbild in der
ursprünglich reinen Menschennatur)
Wer nicht an Wunder glaubt, ist
kein Realist, David
Ben Gurion, israelischer Politiker
Wunder
sind Teil des Lebens, hier das
Beispiel mit dem österreichischen Dichter
Franz Werfel.
Er
war auf der Flucht vor den nazistischen Häschern. Eines Abends kam er erschöpft
nach Lourdes. In seinem Innern hörte er immer wieder die Stimme: „Wende dich in
deiner Not an Maria. Sie will allen Menschen helfen. Sie wird auch dir, dem
Aufgeklärten, dem Nichtchristen, Hilfe gewähren.“ Er fällt vor der Madonna auf
die Knie und umfasst in Todesnot die Statue der Immakulata (lat. „Unbefleckte“):
„O Madonna, du warst für so viele Menschen Hilfe in ihrer leiblichen und seelischen
Not. Das Lied deiner Wundertaten, die du hier an dieser Stätte wirkst, erschallt
über die ganze Erde. Siehe auch mich
demütig vor dir knien und neige dich in deiner Güte und Barmherzigkeit meinem
Leid zu. Zum Dank dafür will ich das Lied deiner Gnadenstätte singen.“ Franz
Werfel wurde gerettet. Ihm gelang die Flucht nach Portugal in die Freiheit, und
er schrieb das weltberühmt gewordene Buch „Das Lied der Bernadette“
Lourdes wurde zu einem der bekanntesten Wallfahrtsorte
der Welt, wo zahllose Menschen Gesundheit, vor allem Lebensmut und
Zuversicht oder Ergebung in ihr Leiden fanden, und wo die Gottesmutter immer
wieder- auch in unserer Zeit – Wunder bewirkt.
Lourdes-Heiligtümer entstanden bis heute
in aller Welt: u.a.
das
„spanische Lourdes in La Nu,
das
„belgische Lourdes“ in Oostacker bei Gent, die Felsengrotte im Inntal, die
Lourdes-Grotte in den Vatikanischen Gärten, das Lourdes-Heiligtum in Konstantinopel.
Von all diesen Stätten wird von auffallenden Heilungen und Gebetserhörungen
berichtet.
In
unserer Nähe: die Grotte am Ehrenstetter Ahbach und die Bollschweiler Grotte am
Bettler-Pfad
Unsere -Grotte mit einer Statue der
Lourdes-Madonna und Bernadette hat Pfarrer
Karl Hund nach einer Pilgerfahrt im Jahr seines 60 sten Geburtstages zum Wohle
seiner Pfarrgemeinde gebaut. Sie soll
die Vorbeiziehenden an die Buße und Umkehr erinnern, die die Mutter Gottes bei
ihren Erscheinungen anmahnte.
Mutter
des Herrn und unsere Mutter,
lass uns mit den vielen Menschen aus aller Welt,
die alljährlich Deine Gnadenstätte in Lourdes aufsuchen,
Dich bitten, weiter unserer
kranken Welt zur Seite zu stehen,
zu
unserem Heil und zum Heil aller, die mit uns zu Christus, Deinem Sohn,
unterwegs sind.
Lass
uns auch derer gedenken, die auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte
gefunden haben.
Du,
Unbefleckt Empfangene, liebe Frau von Lourdes, segne uns alle,
die hier vor
deiner Gedenkstätte weilen und mit Deiner Unterstützung ihr Leben gestalten.
Die Grabmale neben der Grotte erinnern uns an Persönlichkeiten unserer Gemeinde
Professor
Dr. Ulrich Mosiek wurde am 22. Juni
1919 in Lissa, Provinz Posen, heute Polen, geboren. 1948 wurde er in Regensburg
zum Priester geweiht. Als Professor für Kirchenrecht an der Universität und als
Offizial des Erzbistums Freiburg fand er höchste Anerkennung.und Wertschätzung
Von 1966 bis 78 wohnte er im Wittnauer Pfarrhaus, erfüllte gerne die Aufgaben
eines Pfarrers, suchte die Nähe der Bürger und Jugend und engagierte sich
hilfsbereit und uneigennützig im dörflichen Leben. Die Gemeinde ernannte ihn an
seinem 50. Geburtstag zu ihrem Ehrenbürger. Er starb an einer heimtückischen
Krankheit am 16. Februar 1978; vor der Grotte fand er seine letzte Ruhestätte.
Josef Kopp kam am 12. Januar 1903 in Biezighofen zur Welt. Bei
seinem Vater lernte er das Schreinerhandwerk. Ab 1943 war er Gemeinderat und
von 1957 bis 69 ehrenamtlicher Bürgermeister. Ab 1952 diente er der Gemeinde
als Leichenschauer, Farrenwärter und Straßenwart, ab 1930 bis zu seinem Tode der
Pfarrgemeinde als Mesner. In Wittnau war er Mitbegründer der CDU, Mitglied des
VdK und Ehrenmitglied in den meisten Vereinen. Zu seinem 70. Geburtstag ehrte
ihn die Gemeinde mit der Ehrenbürgerwürde. Zu seinem 80. wurde ihm das Bundesverdienstkreuz
am Bande verliehen. Er starb während einer Pilgerreise in Mariazell,
Österreich, am 24. September 1983. Auf seinem Heimatfriedhof wurde er zur
letzten Ruhe gebettet.
Franz Xaver
Klingler ist am 1. Dezember 1816 in
Ettenheim geboren. Ab 1843 bis 1892 war er in Wittnau „mit Leib und Seele“. Lehrer.
Seine Obstbaumzucht für die Jugend und Bauern des Dorfes wurde von der Behörde
besonders gewürdigt. Der Kirche diente er als Organist und Chorleiter, der
Gemeinde als Ratschreiber. Als ehemaliger Regimentsmusiker gründete er auf
Wunsch des damaligen Pfarrers Melchior Nadler bereits 1843 den noch heute
bestehenden Musikverein, er dirigierte ihn bis 1894. Seine letzten Lebensjahre
verbrachte er im Hause seiner Tochter und seines Schwiegersohnes im Vetterhof
neben der Kirche. Dort starb er am 16. Mai 1902. Bei seiner lieben Frau auf dem
Wittnauer Friedhof fand er seine letzte Ruhestätte. Die neue Grundschule trägt
seit ihrem 10 jährigen Jubiläum seinen Namen.
Wilhelm
Schroff ist am 26.. Juli.1844 in Zell
im Wiesental geboren. Am 18. Juli 1871 empfing er die Priesterweihe. Ab 1891
wurde er Pfarrer in Wittnau, nachdem er elf Jahre lang Pfarrer von Todtnauberg
war. Von dort und aus dem Wiesental kamen noch jahrelang Kranke und
Hilfesuchende zu Fuß zum Wittnauer Pfarrhaus, um Schroff’s Kräuterkunde in
Anspruch zu nehmen. Die Pfarrei führte er vorbildlich. Am 8. August 1899 ist er
verstorben. Hinter dem Chor unserer Kirche wurde er beerdigt.
Karl Hund ist am 7. Januar 1849 in Zell (Pfarrei Weingarten bei
Offenburg) geboren. Am 26. Juni 1875 empfing er die Priesterweihe. Vom
Bühlertal kam er 1901 als Pfarrer nach Wittnau. Seine seelsorgerliche Tätigkeit
war vorbildlich. 1902 ließ er für die Pfarrgemeinde eine Volksmission durch
Kapuziner abhalten.. Er förderte die Christusverehrung und belebte das
persönliche und gemeinschaftliche Rosenkranzgebet.. Nach seinem Aufenthalt in
Lourdes 1909 baute er für seine Gemeinde eine Lourdes-Grotte. Am 29. Mai 1911
ist er verstorben und vor der Grotte beerdigt worden.
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