Hochdorf/Landwasser

Das Canisius-Bild von St. Petrus Canisius

Cupio dissolvi et esse cum Christo:
Ich sehne mich danach, aufzubrechen und bei Christus zu sein ...
(Phil 1,23)

Canisius
In seinem Brief an die Gemeinde in Philippi beschreibt Paulus seinen inneren Zwiespalt: er ist in Gefangenschaft, in großer Not, ja in Todesgefahr. Einerseits sehnt er sich nach dem Tod, der die Erfüllung der Gemeinschaft mit Jesus Christus bedeutet; andererseits möchte er am Leben bleiben, um in der Gemeinschaft der Christengemeinde dem Glauben an Jesus Christus zu dienen.
Genau dieser Satz des Paulus scheint den heiligen Petrus Canisius tief berührt zu haben. Es wird berichtet, er sei 1567 auf einer Reise von Augsburg nach Innsbruck im überschwemmten Tal der Loisach in Todesgefahr geraten, so dass seine Reisegefährten ihn schon aufgegeben hatten. Als er auf wundersame Weise doch noch gerettet wurde und zu seinen Begleitern zurückfand, erklärte er, er sei niemals zufriedener gewesen und habe in seinem Geist ständig die Worte erwogen ‚Cupio dissolvi et esse cum Christo’.
Das lateinische ‚dissolvi’ ist mit ‚aufbrechen’ im Sinne von ‚sterben’ zu übersetzen, kann aber auch bedeuten ‚aufgelöst werden’. Beide Akzente treffen auf Petrus Canisius zu: in der Todesgefahr geht er Jesus Christus entgegen, für den er sein ganzes Leben eingesetzt hat.
All sein Tun war für ihn als Mitglied des Jesuitenordens ein Einsatz ‚zur größeren Ehre Gottes’. Gott in Jesus Christus ist es, dem sein Engagement gilt; er selbst tritt dahinter vollkommen zurück.

Der Künstler Florian Lechner schreibt zum Bild des Heiligen, dass er „in einer unglaublich klaren Weise sein Ego und damit auch seine vordergründige Sichtbarkeit hinter die christliche Botschaft gestellt hat. Gerade das aber ist es, was wir in unserer Materie-gewichtigen Zeit lernen und als Vorbild annehmen dürfen: dass das Loslassen von all unserem Tun und Streben ein Geschehen-Lassen in Christus bedeutet. Canisius’ Worte sind die Matrix, in der das Individuum Petrus Canisius lichtvoll wird. Dies zu zeigen ist der Sinn der Schrift-Tafel.“


Wichtige Stationen im Leben des heiligen Petrus Canisius:
 
 
8.5.1521
geboren in Nimwegen
1536 - 1540
Studium der Philosophie und Theologie in Köln
1543
 Begegnung mit dem Jesuiten Peter Faber und Eintritt in den Jesuitenorden
1544
Gründung der ersten deutschen Jesuitenniederlassung in Köln
1546
Priesterweihe
1552 – 1555
 Theologieprofessor in Ingolstadt
1552 – 1555
Lehrer und Hofprediger in Wien
1555 - 1556
 Tätigkeit in Prag
1556
Provinzial der Oberdeutschen Ordensprovinz;
Mitwirkung beim Konzil von Trient;
Tätigkeit in Augsburg, Innsbruck und Fribourg
21.12.1597
Tod in Fribourg


Als katholischer Theologe in der Zeit der Gegenreformation, dem die innere Erneuerung der katholischen Kirche ein Herzensanliegen war, und als Religionspädagoge, der mehrere Katechismen verfasste, hat Petrus Canisius bis heute seine bleibende Bedeutung.
 
 
Das Canisius-Bild, wie alle Glas-Kunstwerke in unserer Kirche gefertigt von Florian Lechner, wurde ermöglicht durch großherzige finanzielle Beiträge vieler Gemeindemitglieder.
Ihnen allen dafür ein herzliches ‚Vergelt’s Gott’!