Hochdorf/Landwasser

Der Innenraum von St. Petrus Canisius

Man betritt die Kirche heute durch eine der beiden Türen in der südöstlichen oder südwestlichen Ecke. Der Eingang von St. Petrus CanisiusVor einem öffnet sich dann ein in hellem Sichtbeton gehaltener Raum, der auf wenige Farb- und Materialklänge gestimmt ist.
Bestimmend ist das Hellgrau der Wände, dem der etwas dunklere Beizton der in drei Blöcken angeordneten Bänke korrespondiert. Grau, teilweise bis zum Weiß aufgehellt, bestimmt auch den Fußboden, dessen Ton im Marmor des Altartisches aufgenommen wird.
Seinen besonderen Charakter erhält der Raum aber durch Florian Lechners Schmelzgläser in Kombination mit Chromnickelstahl. Sie stehen als sieben schlanke, halbrunde Pfeiler vor den Wandfugen der Betonwände; von hinten beleuchtbar, tragen sechs von ihnen paarweise Apostelleuchter aus Edelstahl. Die Der Innenraum von St. Petrus CanisiusVerbindung von Glas und Stahl kehrt wieder in den Weihwasserbecken. Auch die im Raum verteilten Deckenleuchten sind speziell aus Schmelzgläsern gefertigt, die in Verbindung mit Niedervoltlampen ein weiches, warmes Licht geben. Lechners Aufgabe bestand vor allem darin, dem Raum stärker, als es vordem der Fall war, sakrale Würde zu geben, ohne völlig neue Formelemente einzuführen. Wie er dabei vorging, lässt sich an einem scheinbar nebensächlichen Detail, den aus runden Pfosten und glatten Brettern gefügten Sitzbänken, beobachten. Bewusst ist hier eine aus Kreisbögen und rechten Winkeln bestehende Formensprache verwendet, die Lechner aus Disses Ansatz für die Gestaltung des Glockenturmes weiterentwickelt hat.
(Aus: Peter Schmitt, Sonderausgabe DAS MÜNSTER, Heft3, 1990)