Hochdorf/Landwasser

Der Tabernakel und die Taufzone von St. Petrus Canisius

Der Tabernakel von St.Petrus CanisiusFarbe ist in diesem zentralen Bereich sehr sparsam eingesetzt. Als kräftiger Farbklang wirken einzig die blauen Schmelzglasscheiben, über denen der Tabernakel eher zu schweben scheint, als dass er von ihnen getragen wird. In der Tat ist der Tabernakel mittels dünner Stahlseile zwischen Decke und Boden verspannt, die oben durch die Ampel des Ewigen Lichts gebündelt werden, unten in einer Nut an der Außenseite der jeweils aus drei Tafeln verschmolzenen Glasscheiben verlaufen.
Die Taufzone von St.Petrus CanisiusSehr viel eindeutiger auf der Erde ruhend wirkt die Taufschale. Freilich ist auch hier der Umriss der sie tragenden Säule durch sieben sie umschließende Glasringe aufgelöst. Das abwechselnd farblose und bläuliche Glas mit lebendiger Oberfläche – nach Paul Valéry ein „fest gewordenes Wasser“ – hält das Zeichen der Taufe ständig gegenwärtig.
Der Osterleuchter in unmittelbarer Nähe, auch er aus demselben Glas gefertigt, verweist auf die österlichen Geheimnisse, in die der Getaufte hineingenommen wird. In der Siebenzahl der Ringe wird die an verschiedenen Stellen des Raumes wiederholte Zahlensymbolik besonders augenfällig.
(Aus: Peter Schmitt, Sonderausgabe DAS MÜNSTER, Heft3, 1990)