In St. Georgen wurde schon im Jahr 804 eine Kirche urkundlich erwähnt.
Unter der Herrschaft der Johanniter wurde 1516 ein Neubau erstellt. Diese Hardkirche war im 19.Jahrhundert viel zu klein geworden. Deshalb sollte ein Neubau erstellt werden. Ein Streit erbrannte darüber, an welcher Stelle die neue Kirche gebaut werden sollte. Die Mehrheit der Bevölkerung bevorzugte einen neuen, zentraler gelegenen Platz für das Gotteshaus. Die alte Hardkirche hätte dann als Friedhofskirche weiter genutzt werden können. Leider konnte sich der damalige Pfarrer Leopold Gambert, die Kirchenbehörde und die Wirte, die um die Hardkirche ihr Gasthäuser betrieben, durchsetzen und die Hardkirche wurde einem Neubau geopfert. Die Befürworter und die Gegner in St. Georgen waren wegen dieses Bauplatzstreites jahrelang zerstritten.
Den Plan für die neue Kirche entwarf der Großherzogliche badische Oberbaudirektor Heinrich Hübsch aus Karlsruhe. Als H.Hübsch verstarb, übernahm der Kirchenbaumeister L. Engesser die Planung und änderte die Pläne wegen beengter Platzverhältnisse und aus finanziellen Gründen zur heute sichtbaren Version ab.
Am 7. Februar 1869 wurde das neue Gotteshaus geweiht.
In den Jahren 1896, 1961 und 2006 wurde die St. Georgskirche renoviert.
Der Innenraum
Der Hochaltar
Der heutige Hochaltar steht in unserer Kirche seit der Kirchenrenovation von 1896. Es handelt sich um eine Kopie des spätgotischen Flügelaltars von Kaysersberg im Elsass. Die Kopie wurde von J. Dettinger geschnitzt. Es sind darauf Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu dargestellt.
Der Marienaltar
Der barocke Altaraufsatz wurde der Pfarrei im Jahr 1961 geschenkweise vom Freiburger Augustinermuseum überlassen. Es stammt wahrscheinlich aus der Franziskanerkirche in Offenburg. Den passenden Altartisch schnitzte der Bildhauer O. Bauer aus Kiechlinsbergen. Die Marienstatue stammt aus dem 18.Jahrhundert und wurde von Andreas Hochsing geschnitzt.
Der rechte Seitenaltar
Bei der letzten Kirchrenovation im Jahr 2006 wurde der Taufstein vor den rechten Seitenaltar versetzt. Außerdem wurde der bisherige St. Georgsaltar umgestaltet. Das heutige Altarbild zeigt die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes. Es handelt sich dabei um das ehemalige Altarbild des Hochaltars, das bei der Kirchenrenovation 1896 ersetzt wurde. Es wurde von Johann Pfunner im Jahr 1753 gemalt.
Der Taufstein
Der Taufstein stammt aus der Zeit der Renaissance (um 1600) und stand früher in der alten Hardkirche. Er ist mit Rebmesser, Karst und Pflugeisen verziert. Erst 1967 fand man ihn in Bruchstücken im Pfarrhauskeller wieder.
Figuren
Im Altarraum stehen 2 Apostelfiguren, Jakobus der Jüngere und Judas Thadäus, Sie wurden von einem süddeutschen Meister um 1490 geschnitzt. Pfarrer Stärk hat sie 1961 aus Privatbesitz erworben.
Die barocke Figur des heiligen Sebastian wurde aus der abgerissenen Hardkirche übernommen.
Der heilige Joseph
Die Kanzel
Die Kanzel wurde 1877 vom Lindenwirt Anton Weber und seiner Frau Amalia Seelinger gestiftet. Am Kanzelkorb erkennt man die Evangelisten.
Der Kreuzweg
Die 14 Kreuzwegstationen wurden im Jahre 1873 von dem badisch-großherzoglichen Hofmaler Wilhelm Dürr im Auftrag der St. Georgener Spenderfamilie Kiefer gemalt
Die Seitenfenster
Die Fenster wurden 1961 von dem Künstler Benedikt Schaufelberger entworfen und von der Kunstglaserei Isele aus St. Georgen ausgeführt.
Die Beschreibung der Fenster beginnt hinten auf der linken Seite der Kirche.
Der Entwurf dieses Fensters ist überschrieben mit den Worten: "Durch die Taufe werden werden wir (Fische) in die Kirche (Netz) aufgenommen.
In diesem Fenster erkennt man einen Pelikan. Der Pelikan war im Mittelalter ein Symbol für christliche Selbstaufopferung. Man meinte, der Pelikan würde mit seinem eigenen Blut seine Jungen ernähren und könnte mit seinem Blut auch tote Junge wieder zum Leben erwecken. Dieses Sinnbild wurde auf Christus übertragen, der sich selbst hingab, um die Menschheit zu erlösen.
Hier ist die hl. Elisabeth dargestellt. Die Szene zeigt das sogenannte Rosenwunder. Brote haben sich in ihrem Korb in Rosen verwandelt, als Elisabeth beim Herausschmuggeln der Brote aus der Burg von ihrem Ehemann ertappt worden war.
In diesem Heilig-Geist-Fenster ist der Heilige Geist durch die Symbole Taube, Feuerzungen und Wasser dargestellt.
In der Mitte des Fenster ist der Baum des Lebens dargestellt. Er ist auf der linken Seite abgestorben. Dort befindet sich der Kopf der Schlange. Über allem thront Gottes Hand. Unter dem Baum sprudelt das Wasser des Lebens. Der Entwurf ist überschrieben mit den Worten: "Die Erbschuld und die Verheißung (Taufquell)"
Hier erkennt man Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm. Jesus hat eine Lanze in der Hand und tötet damit die Schlange im unteren Bereich des Fensters.
Im folgenden sind die Fenster auf der rechten Seite beschrieben (vorn beginnend).
Dieses Fenster zeigt den Kirchen- und Ortspatron, den heiligen Georg mit der Lanze den Drachen tötend.
Im Herz-Jesu-Fenster ist die Herz-Jesu-Vision der heiligen Margareta Maria Alacoque dargestellt. In ihren Visionen sah die Heilige das Herz und die Wunden Jesu nach allen Seiten Strahlen sendend wie die Sonne, die Glut verströmt. Dies wurde als Bild für die leidenschaftliche Liebe Jesu zu uns Menschen gedeutet.
In diesem Fenster ist das Gleichnis von den klugen und den törichten Jungfrauen dargestellt. Oben erkennt man das himmlische Jerusalem, darunter die fünf klugen Jungfrauen, die Öl für ihre Lampen mitnahmen und denen Einlass gewährt wurde im himmlischen Jerusalem. Unten befinden sich die törichten Jungfrauen, die erst Öl für ihre Lampen kaufen mussten und denen das Tor verschlossen blieb.
Dieses Fenster ist dem seligen Bernhard von Baden gewidmet, dem Landespatron des Landes Baden. Der selige Bernhard blickt zur Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind auf.
Im Eucharistiefenster liegt Jesu, das Osterlamm, geschlachtet auf einer Platte. Außerdem sind Brot und Wein im Fenster zu sehen. Der Wein ist symbolisiert durch Kelch, Krug und Weinstock mit Trauben.
Im Passionsfenster erkennt man das Kreuz mit dem Leichentuch, das Schweißtuch der Veronika mit dem Abbild des Gekreuzigten und die Dornenkrone.
Die Chorfenster
Im Mittelpunkt des Chorraumes steht die Dreifaltigkeitsdarstellung. Der Vater hält seinen gekreuzigten Sohn in seinen Armen. Verbunden wird diese Szene durch den Heiligen Geist in Form einer Taube.
In den Fenstern rechts und links davon erkennt man anbetende Engel. Sie haben viele Flügel und Augen wie die Engel, die in der Offenbarung des Johannes beschrieben sind.
Die außeren Chorfenster enthalten die eucharistischen Symbole: Brot und Fisch. Hier wiederholen sich die Motive, die auch in den Obergadenfenster zu sehen sind.
Fenster in der Kriegergedächtniskapelle
In der Kriegergedächtniskapelle findet sich eine Darstellung der Pieta. Sie ist als Dickglasfenster ausgeführt und gehört zu den besten und bekanntesten Arbeiten des Künstlers Benedikt Schaufelberger.