Beim Nachdenken über praktische Hilfen zur persönlichen Gewissenserforschung stellte sich eine Gesprächsrunde von Teilnehmern verschiedenen Alters und Geschlechts die Frage: Wann ist ein Mensch in Ordnung? Wann ist er gut?
Die Gesprächsteilnehmer gaben spontan folgende Antworten:
»Du bist in Ordnung, Du bist gut,
- weil du Liebe und Wärme ausbreitest
- weil du zuverlässig bist
- weil du trösten und verzeihen kannst
- weil du Zeit für mich hast
- weil du treu bist
- weil du hilfsbereit, freundlich und verständnisvoll bist
- weil du anständig, ehrlich und tolerant bist
- weil du fröhlich bist und lachen kannst
- weil du zuhören und schweigen kannst
- weil du nicht schwafelst
- weil ich mit dir durch dick und dünn gehen kann
- weil du mich ernst nimmst
- weil du teilen, dich mit-teilen kannst
- weil du so bist, wie du bist
- weil ich mich in deiner Gegenwart wohl und sicher fühle
- weil ich mit dir über alles reden kann
- weil ich dich mag.«
Alle diese Aussagen berühren das Wesentliche unseres Christseins. Wenn ich einem Menschen begegne, auf den diese Aussagen zutreffen, dann kann ich ihm vertrauen. Vertraue ich auch Gott so, von dem die Bibel sagt, daß er gut ist?
- Habe ich Zeit für IHN?
- Fühle ich mich in SEINER Gegenwart wohl und sicher?
- Kann ich IHM zuhören?
- Teile ich mich IHM mit?
- Kann ich mit IHM reden?
- Bin ich IHM treu?
- Im Nachsinnen darüber stellen wir fest, wie stark unser Alltag vom Tagesrhythmus, von unseren Gewohnheiten und Pflichten geprägt ist.
Das Zusammenleben mit unseren Nächsten in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis, in der Schule, am Arbeitsplatz, in der kirchlichen und politischen Gemeinde läßt uns nüchtern und klar erkennen und erfahren:
»Ich bin nicht immer in Ordnung; ich bin nicht immer gut.«
Weil das so ist, und wir immer wieder vor Gott und den Menschen schuldig werden, brauchen wir die Erfahrung, wieder angenommen und geliebt zu sein, brauchen wir die Verzeihung und Versöhnung mit Gott und den Menschen.
Unsere Sehnsucht nach geheilten Beziehungen, nach geheilten Wunden und Verletzungen läßt uns umkehren und rufen und beten:
- »Führe mich heraus aus dem Kerker, damit ich deinen Namen preise«;
- führe mich heraus aus dem Kerker meiner Gottferne, meiner Angst und meines Mißtrauens, meiner Ich-Bezogenheit, meines Eigensinns und meiner Eitelkeit, meines Stolzes und meiner Oberflächlichkeit, meiner Blindheit und meiner Sprachlosigkeit.
Aus meinem Kerker - aus meinen Fesseln - will der HERR mich befreien. ER will mit mir sein - auch dann, wenn ich nicht in Ordnung, nicht gut bin. ER will mich heilen; ER will mir seinen Trost, seine Barmherzigkeit und seine Liebe im Sakrament der Buße schenken.