Jesus führt die bereits von den Rabbinen gelehrte Überzeugung weiter, daß Fasten, Beten und Almosengeben als Formen der Buße das Leben vor Gott fördern und der Versöhnung mit Gott und den Mitmenschen dienen (vgl. Mt 6,1-18). Die Überlieferung des Herrn wird im 1. Petrusbrief so zusammengefaßt: »Vor allem haltet fest an der Liebe zueinander, denn sie deckt viele Sünden zu.« (1 Petr 4,8)
Fasten
Das Fasten ist eine Übung, die Leib und Seele erneuert und uns Gott näherbringt. Weniger Konsum, weniger Vergnügen (Tanz, Rauchen, Alkohol) lassen uns unabhängiger und freier werden. Alles, was wir zuviel haben, macht uns hart gegenüber den anderen und verwischt die Grenzen, die wir brauchen, um nicht maßlos und ungerecht zu werden. Wir können nicht mehr teilen und uns nicht mehr mit-teilen. Wir verlieren den Bezug zum Nächsten und zu Gott.
Beten
»Zur Buße beten Sie...«, sagt der Beichtvater und will damit dem Beichtenden nicht vortäuschen: Mit dem Gebet ist die Sache erledigt. Er will vielmehr
dem Christen das Gebet als wichtigen Weg der Buße empfehlen. Das Gebet soll die Umkehr vertiefen und dazu helfen, mit Gott und den Mitmenschen versöhnt zu leben. Im Gebet empfangen wir Vergebung, erhalten wir neue Impulse, uns zu wandeln und werden wir gestärkt, mit unseren alltäglichen Fehlern zu leben, ohne abzustumpfen. Was wir »in der Kammer« (vgl. Mt 6,6) erbitten, gewährt uns der Vater, der ins Verborgene sieht. Wenn wir wie der Zöllner »am Eingang des Tempels« an die Brust schlagen mit dem Bekenntnis auf den Lippen: »Gott sei mir Sünder gnädig« (vgl. Lk 18, 9-14), dürfen wir gewiß sein, von Gott angenommen zu werden.
Das Gebet hilft, das eigene Leben und das Zusammenleben mit den anderen besser zu bewältigen. Besonders erfahren diese Wirkung Kranke und von schweren Schicksalsschlägen Heimgesuchte, die ihr unverschuldetes Leid annehmen lernten. Wie wäre sonst die Aussage eines Schwerkranken zu verstehen, der sich im Blick auf das Kreuz zu dem Bekenntnis durchgerungen hat:
»Weil Du, Herr, für mich mitträgst, kann ich meine Schmerzen ertragen.« Das meint wohl auch der Apostel Paulus, wenn er sagt: »Immer tragen wir das Todesleiden Jesu an unserem Leib« (2 Kor 4,10) und ergänzen, »was an den Leiden Christi noch fehlt« (Kol 1,24).
Almosen
Almosen geben heißt helfen, ohne Lohn zu erwarten; geben, ohne wieder haben zu wollen; die linke Hand weiß nicht, was die rechte tut (vgl. Mt. 6,3).
Almosen, Geld geben, macht uns freier und bringt uns dem anderen näher.
Almosen geben, dem Nächsten Gutes tun heißt auch, von der eigenen kostbaren Zeit dem anderen etwas schenken, dem Menschen neben mir zuhören; das Leid des anderen sehen, es mittragen und ihm praktisch helfen.
Almosen geben heißt auch, ein gutes Gespräch versuchen, Freude verbreiten; Geduld haben mit Kindern und Jugendlichen, dem Ehepartner, dem Freund.
Almosen geben heißt auch, von meinem Glauben mitteilen und dadurch andere stärken; Hoffnung schenken, Jesus näherbringen; Liebe geben, zurückstehen und warten können. All das kostet Zeit, Zeit, die bei Gott nicht verloren ist.