
Adelhauser Neukloster Adelhausen war der Name eines alten Dorfes südlich von Freiburg, das jenseits der Dreisam im Gebiet der heutigen Unterwiehre lag. Hier befanden sich seit dem 13. Jahrhundert zwei große Klöster der Dominikanerinnen: "Mariä Verkündigung", für das ebenfalls der Name "Adelhausen" üblich war und "Sankt Katharina". Die Nonnen von Adelhausen entstammten weitgehend dem Adel oder Großbürgertum der Stadt.Die wirtschaftliche Basis bildete ausgedehnter Grundbesitz. Im 30-jährigen Krieg wurden die exponierten Außenbezirke der Stadt und die umliegenden Dörfer besonders in Mitleidenschaft gezogen. Adelhausen mußte die Nonnen von Sankt Agnes aus der Lehener Vorstadt aufnehmen und Sankt Katharina vereinigte sich mit dem Kloster Sankt Maria Magdalena, das seine im Winkel zwischen Predigervorstadt und Neuburg gelegenen Gebäude verloren hatte. Der Krieg zwang die Schwestern zur Flucht in die Stadt und zur Einquartierung in Privathäusern. Mit der Eroberung der Stadt durch die Franzosen und dem anschließenden Festungsbau rückte der Wiederaufbau der Klöster an den alten Plätzen in weite Ferne, und so betrieben die Nonnen von Adelhausen und Sankt Katharinen einen Neubau innerhalb der Festungsmauern. Von der Zisterzienserabtei Tennenbach erwarben sie im August 1687 den Klosterhof in der Schneckenvorstadt, am 3. November 1687 wurde der Grundstein zur großzügigen Anlage des "Adelhauser Neuklosters" gelegt. Die Planung lag in den Händen des französischen Militäringenieurs Jean La Douze, einen größeren Teil der Bausumme hatte König Ludwig XIV. gespendet. Am 12. Oktober 1697 bezogen die Ordensfrauen feierlich ihre neuen Konventsgebäude. Die Kirche wurde erst am 13. Mai 1699 geweiht - inzwischen war die Stadt wieder österreichisch geworden. Zahlreiche Ausstattungsgegenstände, Altargerät, Reliquiare, Skulpturen, vor allem aber kostbare Textilien und Handschriften waren aus den alten Klöstern gerettet worden. Bei der Belagerung 1744 wurden Kirche und Konventsbauten schwer geschädigt, und wenige Jahre später griffen die Reformen Kaiser Josephs II. empfindlich in das Klosterleben ein. Durch die 1786 staatlich verordnete Aufnahme der Schwestern vom Kloster St. Katharina de Senis "aufm Graben" und ihrer seit 1661/63 bestehenden Klosterschule schien das Bestehen des Adelhauser Neuklosters zunächst wieder gesichert. Die Mädchenschule in Neu-Adelhausen konnte von den Nonnen auch nach dem Übergang an Baden 1806 weitergeführt werden, allerdings regelte eine 1811 erlassene staatliche Schulordnung den Unterricht und das Leben der Schwestern in allen Einzelheiten. Der Konflikt um die Schulaufsicht zwischen Kirche und Staat (Kulturkampf) brachte 1867 das Ende des Adelhauser Neuklosters und der Schule, die zuletzt fast 600 Schülerinnen betreut hatte. Der Konvent wurde aufgelöst, Gebäude und Vermögen wurden in eine weltliche Ortsstiftung überführt. Die "Adelhausen-Schulstiftung" sollte mit ihren Erträgen auch weiterhin die Ausbildung der "katholischen weiblichen Jugend" Freiburgs sichern. Text: Peter Kalchthaler Der Innenraum der Adelhauserkirche ist ein schlichter Wandpfeilersaal mit Tonnengewölbe, seine ursprüngliche umfangreiche Ausstattung ist größtenteils erhalten und verleiht dem Raum einen besonderen Reiz. Der barocke Hauptaltar entstand 1702 und ist ein Werk des Freiburger Ratsherren und Schreinermeisters Christoph Schaal. Der Schweizer Bildhauer Hans Melchior Würst lieferte mit seinen zwei Söhnen die Schnitzarbeiten und Standbilder. Vor den gedrehten Säulen stehen Standbilder der Ordenspatrone Dominikus und Catharina von Siena. Auf die Patrozinien der verschiedenen Klöster, die im Neu-Adelhauser Konvent vereinigt worden waren, bezieht sich das übrige Altarprogramm. Das Blatt zeigt die Verkündigung an Maria und trägt die Signatur des Comtoiser Malers Adrien Richard, der vor allem im Gebiet um Besançon tätig war. Bis 1731-32 waren die Seitenaltäre fertiggestellt, die anders als der strenge Hauptaltar schon Züge des Rokkoko aufweisen.
Auf dem Chordach sitzt ein kleiner Dachreiter mit einer Zwiebelhaube. In ihm hängen zwei Glocken: e'' , Sebastian Bayer, 1794, ca. 130 kg Die Adelhauser Kirche befindet sich im Besitz der heute in die Heilig-Geist-Stiftung integrierten ehemaligen Adelhausenstiftung, der Dompfarrer ist jedoch rector ecclesiae.
Sonntags um 8.00 Uhr feiert Msgr. Prof. Dr. Alwin Renker eine Eucharistiefeier. Dr. Renker ist direkter Ansprechpartner für die Kirche. (Adresse siehe unten) Die Kirche wird gerne von Gruppierungen für Gottesdienste benutzt und ist auch als Hochzeitskirche beliebt. Entsprechende Anfragen richten Sie bitte an das Dompfarramt oder direkt an Prof. Dr. Renker. Die Kirche ist täglich geöffnet. Prof. Dr. Alwin Renker Biengener Str. 9a 79238 Ehrenkirchen-Offnadingen Telefon: 07633/13864 AktuellesADELHAUSER KIRCHE AM DIENSTAGABEND Gebet, Besinnung, Nachdenken, Predigt, Musik ABSEITS VOM HAUPTSTROM Ein Angebot der Dominikaner in der Adelhauser Kirche für Suchende, Zweifelnde, Glaubende. Jeden Dienstag um 19.00 Uhr (außer in den Ferien) |
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