
LorettokapelleGegen Ende des 30 jährigen Krieges fand vom 3. bis 5. August 1644 um Freiburg eine große Schlacht statt. Österreich und Frankreich stritten erneut um die Vorherrschaft in der Stadt. In der blutigen Auseinandersetzung auf dem Lorettoberg mit hohen Verlusten auf beiden Seiten gelobten die Freiburger Bürger, hier eine Kapelle errichten zu lassen. Österreich gewann mit bayerischer Unterstützung die Schlacht.
So stiftete Christoph Mang, der Zunftmeister der Kaufleute, mit seinem Bruder Franz Xaver 1657 die Lorettokapelle. Sie wurde nach dem Vorbild des "Heiligen Häuschens von Loreto" erbaut, wie es an vielen Orten in dieser Zeit üblich war. Der Stifter bestimmte, daß die Kapelle der Münsterpfarrei (Unserer Lieben Frauen Hütten) unterstellt werde, und daß sein Vetter, Guardian des Kapuzinerklosters, die Seelsorge übernähme. Von dort an lag die Seelsorge in den Händen des jeweiligen Guardian des Kapuzinerklosters.Die Lorettokapelle wurde in den darauffolgenden Jahren zu einem Sammelpunkt der Armen und Hilflosen. Eine lebendige Wallfahrt entwickelte sich. Sie wurde so stark, daß der Magistrat 1785 den Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen untersagte, damit die Gläubigen nicht von ihren Ortspfarreien fernblieben. 1744, im österreichischen Erbfolgekrieg, kam es zu einer erneuten Auseinandersetzung um Freiburg zwischen Österreich und Frankreich. Bei einer Belagerung stand der französische König Ludwig XV vor der Kapelle, um die Kanonade zu beobachten, als ihn um ein Haar eine Kanonenkugel verfehlte. Sie blieb über der Kapellentüre in der Wand stecken und ist bis heute noch zu sehen. Eine österreichische Kanone hatte sie von der Stadt aus abgefeuert. Erst als der König androhte, das Münster zu beschießen, wenn der Lorettoberg erneut getroffen würde, lenkten die Freiburger ein. 1788 hob der aufgeklärte Kaiser Joseph II. per Dekret alle Nebenkapellen auf. Nur wegen des starken Protestes der Freiburger Bürger blieb die Lorettokapelle, wie übrigens auch St. Ottilien, bestehen. Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Malereien im Inneren nach dem Geschmack der Zeit weiß übertüncht und viele kleine Kunstgegenstände zerstört. Der Kunstmaler Schultis restaurierte 1902 die Wandgemälde. Das Ölbild an der Ostseite zeigt die Verkündigung und Geburt Christi, sowie den segnenden Gottvater (unteres Photo oben) Die Kapelle besteht aus 3 aneinandergebauten Einzelkapellen: der eigentlichen Lorettokapelle, der später entstandenen Josephskapelle im Westen und der Annen- und Joachimskapelle im Osten. Die kleine Glocke im Dachreiter stammt aus der Freiburger Glockengießerei Koch. (Johann Baptist Koch, 1882, Schlagton gis'', 63 kg) ![]() Innenansichten der Lorettokapelle: links St. Josef, Mitte: Lorettokapelle, rechts St. Anna und Joachim. Die Kapelle ist täglich geöffnet. Anfragen zu Gottesdiensten oder Hochzeiten richten Sie bitte ans Dompfarramt. Neben der Kapelle befindet sich im ehemaligen Pilgergasthaus das "Schloßcafé". |
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