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Die Gestaltung des Taufgottesdienstes
Den Ablauf des Taufgottesdienstes kennen Sie nun in etwa. Bei einzelnen Elementen ist es gut möglich und erwünscht, dass Sie Ihre Ideen beisteuern.
Möglich ist das bei folgenden Punkten:
Lieder tragen viel zur Stimmung eines Gottesdienstes bei. Getrauen Sie sich ruhig zu singen!
Es ist sehr wichtig, dass die Lieder entweder einfach oder allgemein bekannt sind. Denn wenn nur eine Stimme piepst, müssen wir uns das mit der Stimmung noch mal überlegen...
Ob Sie die klassischen Lieder aus dem Gotteslob (GL) bevorzugen oder eher die neuen geistlichen Lieder (NGL), hängt allein von ihrem Geschmack ab.
Hier finden Sie einige Vorschläge:
GL 220: Dies ist der Tag, den Gott gemacht
GL 257: Großer Gott, wir loben dich
GL 258: Lobe den Herren
GL 261: Den Herren will ich loben
GL 245: Komm Schöpfer Geist
GL 248: Nun bitten wir den Hl. Geist
GL 634: Dank sei dir Vater
GL 635: Ich bin getauft und Gott geweiht
GL 060: Fest soll mein Taufbund immer stehen
Halleluja aus Taizé
Laudato si
Daß du mich einstimmen läßt in deinen Jubel
Der gute Gott schenkt Frieden
Er hält die ganze Welt in seiner Hand
Selig seid ihr
Bei der Auswahl der Bibelstelle herrscht große Freiheit. Am besten ist es, wenn Sie persönlich von einem Abschnitt aus der Bibel angesprochen werden, wenn sie irgendwo hängenbleiben. Die Liste versammelt einige Stellen, die sich um die Themen Taufe, Wasser, Christsein u. ä. drehen. Wenn Sie eine Stelle finden, die nicht hier aufgeführt ist, kein Problem.
Markusevangelium 10,13-16: Jesus segnet die Kinder
Matthäusevangelium 22, 35-40: Das wichtigste Gebot: Gottes- und Nächstenliebe
Matthäusevangelium 28,18-20: Ich bin bei euch alle Tage
Markusevangelium 1,9-11: Jesus wird von Johannes getauft
Johannesevangelium 3,1-6: Aus Wasser und Geist geboren werden
Johannesevangelium 4,5-14: Die Frau am Jakobsbrunnen
Johannesevangelium 15,1-11: In Jesus bleiben und Frucht bringen
Römerbrief 6,3-5: Teilhabe an Tod und Auferstehung Jesu
Römerbrief 8,28-32: Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
1. Korinterbrief 12,12-13: Der eine Leib Christi
Galaterbrief 3,26-28: Alle sind "einer" in Christus
1. Petrusbrief 2,4-5.9-10: Ihr seid Gottes besonderes Eigentum
Niemand hat das eigene Leben in der Hand. Jede und jeder ist auf Hilfe von außen angewiesen. Im Glauben dürfen wir auch Gott um Hilfe bitten für den Täufling, die Eltern und Paten, und für alle anderen.
Am besten schreiben Sie Ihre eigenen Fürbitten, bzw. lassen Sie von jemand schreiben. An den folgenden Vorschlägen können Sie sich orientieren. Jemand der Anwesenden liest die Fürbitten vor, und alle antworten nach jeder Bitte: "Wir bitten dich, erhöre uns".
Vorschlag 1:
- Wir beten für N., dass sie / er gesund bleibt und ihren Eltern Freude macht.
- Wir bitten, dass N. sich auf ihrem ganzen Lebensweg zu Jesus Christus bekennt, denn er ist das Licht der Welt und der Weg, auf dem wir das Glück finden.
- Wir beten für die Eltern, N. und N., dass sie ihrer Tochter / ihrem Sohn viel Liebe und Geduld schenken können, so dass in der Liebe der Eltern etwas von der Liebe Gottes zu uns Menschen sichtbar wird.
- Wir beten für die Paten und alle Familienangehörigen, dass sie für N. gute Vorbilder für ein christliches Leben sind.
- Wir beten für alle anderen, Kinder und Erwachsene, die sich auf die Taufe vorbereiten, daß sie Jesus Christus kennenlernen als ihren Freund und Wegbegleiter.
- Wir beten für alle getauften Christen auf der ganzen Welt, dass sie immer Christus nachfolgen und seine Liebe in die Welt tragen.
Vorschlag 2:
- Lass N. heranwachsen zur Freude der Eltern und der ganzen Familie.
- Lass N. gute Freunde finden, die ihr Hilfe und Halt geben auf ihrem / seinem Lebensweg.
- Hilf, dass N. einmal in freier Entscheidung den Glauben bejaht, den jetzt die Eltern und Paten stellvertretend bekennen.
- Schenke allen, die für die Erziehung von N. verantwortlich sind, ein waches Gewissen, damit sie ihre Aufgaben recht erfüllen können.
- Mache unsere Pfarrgemeinde St. xy zu einem Ort, wo wir unseren Glauben leben und feiern können.
- Wir denken an unsere verstorbenen Familienmitglieder; laß sie deine Gnade erfahren.
Vorschlag 3:
- Du hast ihm die kleinen Hände gegeben. Wir wollen sie mit guten Dingen füllen. Dingen zum Spielen, zum Begreifen, zum Bearbeiten.
Dazu hilf uns, Herr
Alle: Dazu hilf uns, Herr
- Du hast ihm die kleinen Füße gegeben. Wir wollen mit ihm gute Wege gehen. Wege der Versöhnung, Wege zu Freunden, zum Frieden.
- Du hast ihm die großen Augen gegeben. Wir wollen alles tun, damit es Gutes zu sehen bekommt, Anlass zum Lachen, zur Freude, zum Nachdenken.
- Du hast ihm den schönen Mund gegeben. Wir wollen uns bemühen, dass er schmecke das Gute des Brotes, das Schöne der Worte, das Heitere der Liebe.
- Du hast ihm den Verstand gegeben. Wir wollen uns anstrengen, ihn auszubilden, Schönheit zu erkennen, Recht zu gewähren und Neues zu entwerfen.
Priester: Herr, unser Gott, wir danken dir für dieses Kind.
Vorschlag 4:
Priester: Wir danken dir, Gott, dass du uns N. geschenkt hast. Unserer Liebe, unserer Fürsorge hast du ihn anvertraut. Dich bitten wir um Hilfe für die Aufgabe, die vor uns liegt:
- Wir bitten um das Glück und die Freude, ohne die kein Leben gedeihen kann.
Christus, höre uns!
Alle: Christus, höre uns!
- Wir bitten um Geduld und Nachsicht, wenn wir vieles nicht verstehen können.
- Wir bitten um lebendige Erinnerungen an unsere eigene Kindheit, damit wir N. nahe bleiben und ihm nicht im Wege stehen, wo er sich entwickeln und entfalten möchte.
- Wir bitten um den Mut, ihn loszulassen, wenn es Zeit ist, und um Zuversicht, dass er seinen Weg findet.
Guter Gott, du willst, dass wir freie Menschen werden, die sich selbst und ihre Nächsten lieben können, die etwas ausstrahlen von dem Licht, das durch deine Gnade in die Welt gekommen ist. Wir hoffen, dass unser Kind viel Liebe erfährt, nicht nur durch uns, damit es einmal anderen geben kann, was es selbst empfangen hat - zum Lob deiner Schöpfung und Erlösung durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
Vorschlag 5:
- Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es sehen lernt mit seinen eigenen Augen das Gesicht seiner Eltern und die Farben der Blumen und den Schnee auf den Bergen.
- Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es hören lernt mit seinen eigenen Ohren auf den Klang seines Namens, auf die Wahrheit der Weisen und auf die Sprache der Liebe.
- Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es greifen lernt mit seinen eigenen Händen nach der Hand seiner Freunde, nach Maschinen und Plänen, nach dem Brot und den Trauben.
- Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es reden lernt mit seinen eigenen Lippen von den Freuden und Sorgen, von den Fragen der Menschen und von den Wunden des Lebens.
- Segne dieses Kind und hilf uns, ihm zu helfen, dass es gehen lernt mit seinen eigenen Füßen auf den Straßen der Erde, auf den mühsamen Treppen und auf den Wegen des Friedens.
Manche Eltern geben dem Taufgottesdienst ein bestimmtes "Thema", wie z. B. Hand, Weg, Wasser, oder ähnliches. Die Lieder und Bibelstellen lassen sich dann passend aussuchen. Und wenn Sie wissen und erzählen können, warum Sie Ihr Motiv gerne in den Gottesdienst einbringen möchten, dann kann es der Pfarrer sicher auch in der Ansprache aufgreifen.
Wichtig: Es darf nichts Aufgesetztes sein! Sie sollten mit dem Thema oder dem Symbol wirklich etwas anfangen können. Wenn man es nur nimmt, um eines zu haben, lässt man es lieber weg.
In der evangelischen Kirche ist es üblich, dem Täufling einen Taufspruch mit auf den Weg zu geben. In der katholischen Kirche ist das nicht so verbreitet, aber das spricht ja nicht dagegen.
Hier eine Auswahl an Taufsprüchen:
- Ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir. (Aus dem Buch Jesaja 43, 1)
- Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. (Psalm 139,5)
- Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer, wir alle sind das Werk deiner Hände. (Aus dem Buch Jesaja 64, 7)
- Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände... (Aus dem Buch Jesaja 49,16)
- Du bist doch in unserer Mitte, Herr, und dein Name ist über uns ausgerufen. Verlass uns nicht! (Aus dem Buch Jeremia 14,9)
- Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. (Aus Psalm 8,5-6)
- Kinder sind eine Gabe des Herrn, die Frucht des Leibes ist sein Geschenk. (Aus Psalm 127,3)
- Und Jesus nahm die Kinder in seine Arme, dann legte er ihnen die Hände auf und segnete sie. (Aus dem Markus-Evangelium 10, 16)
- Wer so klein sein kann wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. Und wer ein solches Kind um meinetwillen aufnimmt, der nimmt mich auf. (Aus dem Matthäus-Evangelium 18,4-5)
- Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich. (Aus dem Matthäus-Evangelium 19,14)
- Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. (Aus dem ersten Johannes-Brief 3, 1)
- Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt. (Aus dem Römerbrief 12, 10ff)
- Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt. (Aus dem Galaterbrief 3,27)
- Ahmt Gott nach als seine geliebten Kinder, und liebt einander, weil auch Christus uns geliebt hat. (Aus dem Epheserbrief 5,1-2a)
- Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat. (Rabindranath Tagore)
- Ich liebe die Kinder, sagt Gott, weil mein Bild in ihnen noch nicht getrübt ist. (Michael Quoist)
- Ein Kind ist ein Buch, aus dem wir lesen und in das wir schreiben können. (Peter Rosegger)
- Wo Kinder sind, da ist ein goldenes Zeitalter. (Novalis)
- Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein ganzes Leben lang aushalten. (Jean Paul)
- Du bist zeitlebens für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. (Antoine de Saint-Exupéry)
- Wer einen Menschen liebt, setzt für immer seine Hoffnung auf ihn. (Gabriel Marcel)
- Wir können die Kinder nach unserem Sinne nicht formen; so wie Gott sie uns gab, so muss man sie haben und lieben. (Johann Wolfgang von Goethe)
Zum Thema Taufe existieren zahlreiche besinnliche Texte, Gedichte und Geschichten. Diese lassen sich auch in den Taufgottesdienst einbauen. Nur sollten Sie darauf achten, dass es insgesamt nicht zu viel wird. Der Taufgottesdienst wirkt durch die vielen Symbole und Riten und nicht in erster Linie durch Texte. Bombardieren Sie die Anwesenden also nicht mit Worten. Bewusst ausgewählt und dosiert eingesetzt kann es jedoch den Gottesdienst verschönern.
Zwei Texte zum Anregen:
Guter Gott, wer in die Augen unserer Kinder schaut, die klar bis zum Grund wie Quellwasser sind, der muss spüren, ob er will oder nicht, dass unsere Kinder selber die Botschaft zu uns bringen, dass Du, Gott, der sie schuf, die Lust am Menschen noch nicht verloren hast.
Geboren
Ich bin da.
Ich habe es geschafft.
Es war schwer,
Und ich hatte Angst.
Aus der wohligen Wärme
Kam ich in die Kälte,
Aus dem geborgenen Dämmern
In ein helles Licht.
Nun hänge ich zwischen Himmel und Erde
Und ringe nach Luft.
Nichts anderes kann ich als schreien.
Ich schreie - und atme endlich.
Ich bewege Arme und Beine;
Auf einmal habe ich Platz, viel Platz.
Ich kann mich nirgends festhalten,
Und nichts umgibt mich,
Ich bin ganz allein.
Nichts anderes kann ich als schreien.
Da umfasst mich etwas,
Warum und leicht,
Und streichelt mich wieder,
Und wiegt mich wieder.
Ich höre die Stimmen,
Die ich schon lange kenne.
Da bin ich ganz still,
Und ich weiß:
Jetzt ist alles wieder gut.
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