Dompfarrei - Kirche und Glauben

Der Taufgottesdienst

 
In der frühen Christenheit wurde nur in der Osternacht getauft. Heute werden in der Regel eigene Taufgottesdienste am Samstag und Sonntagnachmittag gefeiert. Gelegentlich wird die Tauffeier auch in einen Sonntagsgottesdienst integriert. Der folgende Ablaufplan ist auf die Kindertaufe in einer eigenen Feier zugeschnitten. Ein erwachsener Taufbewerber spricht natürlich für sich selbst. Der Ablauf ist jedoch im Wesentlichen identisch.
 
 
Gottesdienstelement          Kommentar / Gestaltungsmöglichkeit
Begrüßung an der Kirchentür
Nicht aus Unhöflichkeit beginnt der Taufgottesdienst zwischen Tür und Angel, sondern weil es passt: die Taufe ist wie das Eingangstor zur Kirche, deshalb beginnt der Gottesdienst dort.
Fast jeder Gottesdienst in der katholischen Kirche beginnt damit, dass gesagt wird, was gefeiert wird.
Einzug in die Kirche
Jetzt geht es in die Kirche hinein. Natürlich geht es nicht nur um ein simples Fortbewegen des Körpers. Jedes Gehen in einer Kirche steht symbolisch für das Gehen des Lebensweges mit und zu Gott.
Lied
"Wo man singt, da lass dich nieder..." gilt auch für den Gottesdienst. Die Taufe ist einfach schöner wenn gesungen wird. Wichtig: Einige bekannte oder einfache Lieder aussuchen!
Lesung einer Bibelstelle
Es gibt viel Auswahl! Suchen Sie sich gemeinsam, eventuell auch beim Taufgespräch mit dem Priester einen Text aus, der Sie anspricht. Jemand der Anwesenden liest ihn sicher gerne vor.
Ansprache des Priesters
 
Bezeichnung mit dem Kreuzzeichen
Der Priester macht dem Täufling ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Das Kreuz ist Kennzeichen und Zusammenfassung unseres Glaubens. Deshalb ist es hier gleichsam ein erster Willkommensgruß der Gemeinde.
Anrufung der Heiligen
Die Heiligen haben auf je eigene Weise ihr Christsein gelebt. Wir rufen sie um ihre Fürsprache an, damit auch der Täufling seinen ureigenen Weg mit Gott finden möge.
Fürbitten
Sie können gerne eigene Fürbitten schreiben. Oder vielleicht macht das jemand aus der Verwandtschaft ganz gerne.
Auf Wunsch: Salbung mit Katechumenenöl
(heute eher selten vollzogen)
Dieses Öl wird wie das Chrisam in der Karwoche vom Bischof geweiht. Früher wurden damit die Taufbewerber am ganzen Körper gesalbt. Das sollte ausdrücken, dass Gott seine schützende Hand über den Täufling hält und alles Böse von ihm fernhält, dass es abgleitet (wie der Gegner im Ringkampf, woher das Symbol auch stammt) und ihm keinen Schaden zufügt.
Heute wird der Täufling zwischen Hals und Brust damit gesalbt. Nachdem der Priester/Diakon seine Hände über das Kind ausgestreckt und ein Vorbereitungsgebet dazu gesprochen hat, betet er: "Es stärke dich die Kraft Christi, des Erlösers. Zum Zeichen dafür salben wir dich mit dem Öl des Heiles in Christus, unserem Herrn, der lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen."
Gang zum Taufbrunnen
Falls gewünscht, geht die feiernde Gemeinde zum Taufbrunnen.
Lobpreis Gottes über dem Wasser
Im Zeichen des Wassers wird die Taufe gespendet. Darum folgt der große Lobpreis Gottes über dem Wasser (Segnung).
Bis etwa zum 5. Jh. wurden im Wesentlichen nur Erwachsene getauft, die wussten, was der Glaube alles beinhaltet. Wenn Kinder getauft werden, bekennen stellvertretend für das Kind die Eltern, Paten und Anwesenden ihren Glauben.
Taufe
"Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Der Täufling wird hineingenommen in Gott, der in sich schon Beziehung ist.
Salbung mit Chrisam
Chrisam besteht aus Olivenöl. Früher wurden Könige und Priester mit Chrisam gesalbt zum Zeichen ihrer Würde und ihres Amtes. Wenn wir heute die Täuflinge salben, dann um auszudrücken, dass sie in Gottes Augen so viel zählen wie Könige und eingegliedert sind in die heilige Priesterschaft des Volkes Gottes. Außerdem gehören sie durch die Taufe zu Jesus Christus, der der Gesalbte ist. (Christus = der Gesalbte)
Anziehen des weißen Kleides
Das weiße Kleid ist ein Zeichen dafür, dass der Täufling durch die Taufe gleichsam neu geschaffen wird und Christus "als Gewand" anzieht, d.h. dessen Lebenseinstellung übernimmt. Das Kleid drückt auch die Würde jedes Christen aus. Früher haben die erwachsenen Neugetauften ihr Taufkleid eine ganze Woche angehabt: von Ostern bis zum Weißen Sonntag, der von daher seinen Namen hat. Es empfiehlt sich, das Taufkleid erst nach der Taufspendung anzuziehen. Schön ist es, wenn es in einer Familie ein eigenes Taufkleid gibt, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Diese Tradition kann jedoch bei jeder Taufe beginnen. Denken Sie doch einmal darüber nach...
Anzünden der Taufkerze
Jesus ist das Licht der Welt. Von ihm her wird auch unser Lebensweg erhellt. Die Taufkerze kann ein Begleiter sein. Vielfach wird sie bei Geburtstagsfeiern der Kinder angezündet. Sie kann auch als Erstkommunion- oder Hochzeitskerze dienen.
Lied
 
Der Text des Vater Unser geht auf Jesus zurück. Menschen aller Sprachen und Kulturen beten es rund um den Erdkreis.
Segen
Der Segen ist Bestätigung dessen, dass Gott all unsere Lebenswege mitgeht.
 
 
Texte im Taufgottesdienst
 
Fragen an Eltern und Paten
 
Nach der Begrüßung entspinnt sich folgender Dialog:
Priester / Diakon: Welchen Namen haben Sie Ihrem Kind gegeben?
Eltern nennen den Namen.

Priester / Diakon: Was erbitten Sie von der Kirche für Ihr Kind?
Eltern: Die Taufe.

Priester / Diakon: Liebe Eltern, Sie haben für Ihr Kind die Taufe erbeten. Damit erklären Sie sich bereit, es im Glauben zu erziehen. Es soll lernen, Gott und seine Mitmenschen zu lieben, so wie Jesus Christus es uns vorgelebt habt. Sind sie sich dieser Aufgabe bewusst?
Eltern: Ja.

Priester / Diakon:Liebe Paten, die Eltern haben Sie gebeten, Paten zu sein für N. Sie sollen auf Ihre Weise mithelfen, dass aus N. ein guter Christ wird, Sie sollen ihm / ihr Freund und Wegbegleiter sein. Sind Sie dazu bereit?
Paten: Ja.

Alternativ dazu können die Eltern auch selbst und zusammenhängend erklären, warum sie ihr Kind taufen lassen wollen. Es sollten zumindest die Inhalte angesprochen werden, die in den Fragen stecken. Darüber hinaus können sie auch etwas zu ihrem eigenen Glauben sagen.
 
Glaubensbekenntnis
Priester / Diakon: Liebe Eltern, liebe Paten, in unserer Welt und auch in uns selbst gibt es viel Böses, das uns bedrängt und bedroht. Sie sollen Ihrem Kind vorleben, wie man in unserer Welt gegen das Böse kämpft und sich auf die Seite des Guten stellt. Sind Sie dazu bereit?
Eltern und Paten: Wir sind bereit.

Priester / Diakon: Glauben Sie an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde?
Eltern und Paten: Ich glaube.

Priester / Diakon: Glauben Sie an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, der geboren ist von der Jungfrau Maria, der gelitten hat und begraben wurde, von den Toten auferstand und zur Rechten des Vaters sitzt?
Eltern und Paten: Ich glaube.

Priester / Diakon:Glauben Sie an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben?
Eltern und Paten: Ich glaube.

Priester / Diakon: Widersagen Sie dem Bösen, um in der Freiheit der Kinder Gottes leben zu können?
Eltern und Paten: Ich widersage.

Priester / Diakon: Widersagen Sie den Verlockungen des Bösen damit es nicht Macht über Sie gewinnt?
Eltern und Paten: Ich widersage.

Priester / Diakon: Widersagen Sie dem Satan, dem Urheber des Bösen?
Eltern und Paten: Ich widersage.

Alternativ dazu kann das Glaubensbekenntnis auch am Stück gebetet werden.
 
Vater unser
Vater unser im Himmel,
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
Wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
Wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
Sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
In Ewigkeit.

Amen.