Weihnachten mal ein bisschen anders…
Wenn man das Wort Weihnachten hört, denkt man an Schnee, Weihnachtsmärkte, die Städte geschmückt mit Lichtern, Winter, Kälte, Schaufenster gefüllt mit Dekoartikeln, Weihnachtsmusik und Plätzchen.
Hier in Chile ist aber Sommer und somit habe ich mal ein anderes Weihnachten kennengelernt. Wir hatten so an die 30 Grad. Man würde am liebsten die Zeit am Fluss oder im Schwimmbad verbringen. In den Supermärkten sieht man Dekoartikel mit Schnee und man selbst steht im T-Shirt da. In der Adventszeit gehen die Menschen in die Berge oder an den Strand wenn sie die Gelegenheit haben und machen dort Grillfeste.
Wegen der in Chile im Dezember herrschenden Hitze ist das südamerikanische Gegenstück zum Glühwein eisgekühlt: "Cola Mono" ist Schnaps mit Kaffee, Milch, Zimt, Vanille und viel Zucker.
Vor Weihnachten wird in der Messe jede Woche eine Kerze angezündet jedoch in den Häusern ist dieser Brauch nicht so verbreitet. Ich hatte einen kleinen Adventskranz, den mir meine Eltern geschickt haben!
Im Zentrum kann man sich an Ständen in der Straße die gekauften Weihnachtsgeschenke einpacken lassen.
In den Häusern werden Weihnachtsbäume aufgestellt die meist jedoch künstlich sind und sehr bunt geschmückt werden. Insgesamt gibt es jedoch nicht so viel Weihnachtsdekoration wie bei uns.
Am 24.12 sind die Leute meistens in ihren Familien und essen gemeinsam zu Abend. Zu Weihnachten wird meist ein Fleischgericht zubereitet. Um 24 Uhr war ich dann in der Messe in unserer Partnergemeinde. Es wurden viele Weihnachtslieder gesungen und von einigen Kindern ein tolles Krippenspiel vorgeführt. Das Jesuskind ist ein richtiges Baby! Die Messe war super schön und ging gut eineinhalb Stunden. Anschließend gehen dann die Meisten aus. Sie gehen zu anderen Familienmitgliedern, zu Freunden oder die Jugend geht in Diskotheken. Ich war mit meiner Gastmutter und meinem Gastbruder bei Verwandten. Wir sind draußen zusammen gesessen und haben 'pan de pascua' gegessen, ein traditionelles und leckeres Weihnachtsbrot aus kandierten Früchten. Dazu gab es Cola Mono. Geschenke gibt es erst am 25. Dezember, allerdings nicht so viele wie bei uns.
Im Büro der Caritas haben wir amigo secreto gemacht was dem Wichteln entspricht und es gab auch ein paar Geschenke. Auch in den Kinderheimen dürfen natürlich die Geschenke nicht fehlen. In den Heimen haben wir auch ein großes Fest gefeiert und es wurden Geschenke mit Klamotten, Fußbällen und Spielsachen an die Kinder verteilt.
Die Advents- und Weihnachtszeit hatte für mich eine ganz besondere Stimmung. Aber auch im Sommer lässt sich Weihnachten feiern und es war für mich eine interessante Erfahrung. Für die Chilenen ist das ja normal, die feiern Weihnachten immer im Sommer.
Ja, jetzt bin ich schon vier Monate hier in Linares. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken. Ich war vor ein paar Wochen mit meinem Gastbruder in Argentinien um mein Touristenvisum zu erneuern. Dazu muss ich aus dem Land ausreisen und wenn ich dann wieder einreise, kann ich wieder drei Monate bleiben… Für meinen Gastbruder war es die erste große Reise!
Mit der Verständigung geht es auch immer besser. In den Heimen ist es momentan etwas ruhiger, weil einige Kinder, die jetzt Ferien haben, zu ihren Eltern gegangen sind.
Jetzt werden auch die colonias, das Ferienprogramm für die Kinder in unserer Partnergemeinde vorbereitet. Wir treffen uns täglich zur Planung und Besprechung. Die Ferienaktion wird in der letzten Ferienwoche sein.
Soweit mal…allen liebe Grüße
Elena
Im Rahmen Ihres sozialen Jahres lebt unser Gemeindemitglied Elena Maurer derzeit in unserer Partnergemeinde.