Im früheren Hochaltar ist Altes und Neues miteinander verbunden. Dabei entstand im Zentrum der Lebensbaum mit dem Wurzelelement unten, dem Stamm in der Mitte und dem Halbkreis oben als Baumkrone mit den zwölf Früchten. Die Tafeln mit den vier Evangelisten sind wieder eingebaut, und darüber wurden silberfarbene Symbole der Geheimen Offenbarung neu eingefügt.
Ganz oben in der kleinen Apsis nimmt die Malerei das Symbol des Lebensbaumes auf. Über dem Hochaltar erscheinen die vier Elemente: Feuer (Esse), Wasser (Boot), Luft (Flugzeug) und Erde (Pflug). Wo sonst ringsum im Chorraum die Zeichen der Vollendung den Himmel verkünden, stellen die Elemente das Irdische dar. Doch das ist gut so. Die Grundbotschaft Jesu lautet ja, dass Irdisches und Göttliches zusammengehören. So darf im Raum des Heiligen auch alles Irdische vorkommen. Die vier Elemente über dem Hochaltar sind Zeichen dafür.
Betrachtet man den Lebensbaum näher, so sieht man unten im Wurzelwerk einen Körper, der wie tot daliegt. Aber man sieht auch, da8 die Hand zugreift und dass die fesselnden Tücher um seine Füße sich aufrollen. Es ereignet sich das Wort: ”Wenn das Weizenkorn in die Erde fällt, bringt es reiche Frucht.”
Zum Bild der Wurzel und des Lebens passt das Bild vom Wasser. Wasser ist das Element des Lebens. Der Lebensbaum am Altar zeigt es uns. Die zwölf Geheimnisse des Glaubensbekenntnisses sind in den Früchten symbolisiert.
Elemente sind umfassend und vielfältig. Das Flugzeug hat es mit dem Luftstrom zu tun. Wir brauchen gute Luft zum Atmen. Das Bild vom ”Lebensodem”, der eingehaucht wird, kennen wir vom Anfang. Das Wehen des Geistes ist ein anderes Bild. Und dieser Geist hat die Zeugen bewegt, und diese begannen zu schreiben. In den senkrechten Flächen hat man die früheren Evangelistentafeln wieder eingefügt: Matthäus mit dem Engel, Markus mit dem Stier, Lukas mit dem Löwen und Johannes mit dem Adler. Die vier Wesen kommen ja auch aus den vier Windrichtungen und wollen das Evangelium dorthin tragen.
Die silberfarbenen Symbole über den Evangelisten entstammen der Geheimen Offenbarung. Die Posaune kündet den Tag des Herrn an. Die Strahlen bringen oben und unten miteinander in Verbindung, der Ma8stab ist Richtwert, und die Schale verheißt die Fülle. Beim Pflug und bei der Erde sind wir wieder ganz beim Irdischen. Erde, das ist unser Mutterboden. Aber es gibt auch das Wort von der heiligen Erde. Ein schönes Wort, wenn es nicht missbraucht wird. Wie ein Heiligtum sollten wir unseren Erdboden hüten.
Das Bild vom Lebensbaum stammt aus der Geheimen Offenbarung 22,3: ”Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben, stehen Bäume des Lebens. Zwölf mal tragen sie Früchte, jeden Monat einmal; und die Blätter dienen zur Heilung der Völker.”