Bereichsbild SE Südwest

Die Madonna

Gut eingefügt in die Gesamtgestaltung ist die spätgotische Madonna. Obwohl aus einer anderen Zeit stammend (wahrscheinlich 1495 entstanden), darf sie im Kirchenraum nicht fehlen.
 
Das Kind ist das Zentrum der Figur. Die Hände der Mutter weisen deutlich darauf hin. Auch das faltenreiche Gewand der Mutter bildet den Hintergrund für das unbekleidete Kind. Die Gewandfalten weisen wie ein Pfeil auf ihn, der Mensch geworden ist. Das ebenmäßige Gesicht der Mutter ist von vollem Haar umrahmt. Die hohe Stirn, die gleichmäßigen Wangen Augen, Nase und Mund bilden eine Einheit. Aufrecht steht die ganze Gestalt da, eine Mutter, die ihrem Kind Halt bietet und ihm Würde schenkt. Das Kind sitzt auf dem Arm, hält sich wie spielerisch am Kleid der Mutter fest und streckt die andere Hand von sich weg. Ganz offen ist es für den Betrachter. Dabei kann man diese Haltung auch ganz anders verstehen. Künstler haben oft schon in der Krippe das Kreuz angedeutet. Die ausgebreiteten Arme des Kindes bilden nämlich mit seinem Körper ein Kreuz. Im Neugeborenen deutet sich schon das Weitere an. Der Blick der Mutter ist ebenfalls in die Ferne gerichtet. Sie sieht über das Kind hinweg und eigentlich auch über den Betrachter und Beter. Schaut sie auf den Lebensweg des Kindes? Weiß sie, was alles sein wird? Ahnt sie auch schon die Vollendung? Dann offenbart sich hier das Geheimnis einer tiefen Liebe.