Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte (Gen 2,2)
Ruhe nach der Arbeit, das tut gut. Ein Fest schenkt Abstand, wenn das Werk vollendet ist. Jetzt nimmt man sich Zeit, alles anzuschauen. Da versteht man die Dinge neu.
Das Bild der kleinen Apsis erzählt von einem Fest. Die Posaunen künden die Nähe Gottes an. In den Ranken finden wir das Motiv des Lebensbaumes aus der Geheimen Offenbarung. Hände ernten Früchte. Die Früchte aber sind geöffnete Herzen, die sich ganz verströmen. Die Vollendung, das ist das Fest. Gut, dass die kleine Apsis so im Bild des Kirchenraumes zur großen Konche wird, zur siebten, zum Zeichen für das Wesentliche. Gott ruhte aus von seinem Werk, das er vollendet hatte. Groß und breit steht die kleine Apsis über den Reihen der Konchen und führt den Rhythmus zum Höhepunkt.
Das ist eine Botschaft auch für unser Leben. Der Rhythmus unserer Wochentage findet ja auch seinen Gipfel im Sonntag, im Fest der Woche. Haben wir die Kraft zu unterbrechen? Durch das Fest und durch die Sonntage kommen wir immer wieder ”hoch hinaus” – hin zur Herrlichkeit Gottes und zur Würde des Menschen mitten in unserer manchmal sehr flachen Welt. Höhepunkte des Lebens! Sonntage und Feste!
Und in diesem Fest der Vollendung kommt durchaus das Irdische vor. Auf dem weißen Wand- streifen finden wir unterhalb vom Lebensbaum die vier Elemente: Feuer, Wasser, Luft und Erde dargestellt. Irdisches ist mitten unter den Symbolen des Himmlischen. So soll es sein, weil er, der Herrliche, hinab gestiegen ist in die Niedrigkeit. Seither gehören Himmel und Erde zusammen.